2. Corona-Steuerhilfegesetz

Ab sofort, längstens bis zum 31. März 2021 Anträge auf eine – im Regelfall zinsfreie – Stundung von bereits fälligen oder bis zum 31. März 2021 fällig werdenden Steuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag und Umsatzsteuer) stellen. Die Steuern können im vereinfachten Verfahren längstens bis zum 30. Juni 2021 gestundet werden,

  • längstens bis zum 31. März 2021 vollstreckungsrechtliche Erleichterungen beantragen. Das betrifft alle festgesetzten und bereits fälligen Steuern. Bei den von der Corona-Krise Betroffenen soll dann längstens bis zum 30. Juni 2021 von der Vollstreckung rückständiger oder bis zum 31. März 2021 fällig werdender Steuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer, Lohnsteuer und Umsatzsteuer) abgesehen werden (Vollstreckungsaufschub),
  • Steuervorauszahlungen auf Antrag durch das Finanzamt herabsetzen lassen (geht auch formlos, aber nicht telefonisch!).
  • Das Finanzamt soll bei Steuerpflichtigen, die unmittelbar und nicht unerheblich nicht unerheblich von der Corona-Krise negativ wirtschaftlich betroffen sind, von der Festsetzung nachträglicher Steuervorauszahlungen absehen. Im Zweifel muss bei der Festsetzung auf diesen Passus verwiesen werden.
  • Bei Steuerpflichtigen, die sich von einem Steuerberater vertreten lassen, ist die Frist zur Abgabe der Steuererklärung 2019 allgemein bis zum 31. März 2021 verlängert worden, ohne zusätzliche notwendige Fristverlängerung. Das gilt nicht für Vorabanforderungen. Stand 27.12.20 soll die reguläre Frist bis 31.08.2021 verlängert werden. Dies erfolgt über das Steuergesetz. Mithin ist hier kein Antrag zu stellen, sofern kein Vorabanforderung vorliegt, da es sich um eine gesetzliche Frist handeln wird. Im Einzelfall kann jedoch weiterhin eine darüber hinausgehende Frist beantragt werden.
  • Besonderheiten für bis dahin fällige Steuern beantragt werden. In diesem Zusammenhang können Stundungen längstens bis zum 30. Juni 2021 im vereinfachten Verfahren gewährt werden.
  • Krisenbetroffene Unternehmen können die Sondervorauszahlung für die Dauerfristverlängerung bei der Umsatzsteuer für das Jahr 2020 herabsetzen und insoweit bereits gezahlte Beträge erstatten lassen.

Möglichkeiten des vorweggenommenen Verlustrücktrags für 2019:

  • Wenn die Vorauszahlungen für 2020 auf null Euro herabgesetzt wurden, können die Vorauszahlungen zur Einkommen- oder Körperschaftsteuer für 2019 auf der Grundlage eines pauschal ermittelten Verlustrücktrags auf Antrag nachträglich herabgesetzt werden. Für Ihre bereits geleisteten Zahlungen entsteht in entsprechender Höhe ein Erstattungsanspruch. Die Finanzbehörden können die Voraus-zahlungen für 2019 spätestens bis zum 31. März 2021 anpassen. Sofern die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft voraussichtlich überwiegen werden, ist eine Anpassung der Vorauszahlungen für 2019 spätestens bis zum 30. November 2021 möglich. Anpassungsanträge sollten daher rechtzeitig gestellt werden. Das gleiche gilt auch für die Gewerbesteuer. Hier ist der Gewerbesteuermessbetrag auf Antrag herabzusetzen.
  • Es kann ein schriftlicher bzw. elektronischer Antrag zur nachträglichen Herabsetzung der Vorauszahlungen für 2019 bzw. im Rahmen der Steuerfestsetzung aufgrund eines pauschal ermittelten Verlustrücktrags gestellt werden. Der pauschal ermittelte Verlustrücktrag aus 2020 beträgt 30 % des für den Veranlagungszeitraum 2019 zugrunde gelegten Gesamtbetrags der Einkünfte (ohne Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit) und max. 5 Millionen Euro beziehungsweise 10 Millionen Euro, wenn Sie zusammen veranlagt wer-den. Ihre Vorauszahlungen für 2019 werden auf dieser Grundlage neu berechnet. Es kann jedoch auch ein darüber hinausgehender Verlustrücktrag berücksichtigt werden, wenn dieser schlüssig beleg werden kann.

Darüber hinaus klären wir auch viele Detailfragen sehr gerne direkt. Kommen Sie gerne auf uns zu.

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